Die Entstehungsgeschichte
des Grauviehs |
Diverse
Funde, u.a. dem >>Ötzi<< im Ventertal, verbunden mit Ausgrabungen
lassen darauf schließen, dass die Besiedlung des Tiroler Oberlandes
tausende Jahre vor Christi Geburt durch Völker aus Vorderasien erfolgte.
Diese brachten ca. 1000 Jahre vor Christi auch ihre einfärbigen brachyceren
Kurzhornrinder west-asiatischer Herkunft - das Torfrind - mit nach Mitteleuropa. |
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Foto: Franz Gruber 1986 |
Im
Laufe der Jahrhunderte kam es in Tirol, als Durchzugsland, zu einer Durchmischung
mit
verschiedenen Rinderschlägen. Die sich zur Zeit der Völkerwanderung bei uns
ansiedelnden
Alemannen bringen ein großrahmigeres Vieh ins Land. Der Ostgotenkönig
Theoderich, dessen
Reich auch das heutige Tirol unterstand, gab den Erlass, ihre kleinen Tiere
mit die der Alemannen einzukreuzen. |
Im
Jahre 1874 und 1875 hat Prof. Ferdinand Kaltenegger im Auftrag des k.u.k.
Ackerbau-
Ministeriums Untersuchungen (Nutzwert der Rinderrassen in den österreichischen
Alpenländern)
getätigt. Er hat damals unter anderem auch die Rassen und Landschläge
genau beschrieben. Die
Vorläufer des heutigen Grauviehs gelten das Oberinntaler-, Lechtaler-
und Wipptalerrind. Das
Lechtaler Rind entspricht dabei am ehesten dem heutigen Typ des "Tiroler
Grauviehs" (etwas
tiefer als die beiden anderen Grauviehtypen und für die Arbeit gut
geeignet). |
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Die
erste Viehzuchtgenossenschaften wurden im Jahre 1896 gegründet und
damit kamen erst-
mals die Gegensätze zwischen Braun- und Grauvieh zum Tragen. Diese
Zeit war vorallem von
einer wahllosen Durchmischung der beiden Rassen gekennzeichnet.
Viele Grauviehhalter sahen darin die Gefährdung der Rasse. Die 1908
in Oberhofen gegründete
Grauviehgenossenschaft war die erste und für lange Zeit einzige Genossenschaft
dieser Art. |
Foto: Walter Lederle 2010
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Der
Erste Weltkrieg brachte viel Leid und Not in unser Land, verbunden mit einem
Rückgang des
Viehbestandes. 1922 wurden in den Gemeinden Fiss, Serfaus, Ladis und Fließ
die ersten Grauviehzuchtvereine gegründet. |
Die noch gültigen Zuchtziele aus dieser Zeit lassen sich wie folgt
zusammenfassen:
- gute Milch- und Fettleistung
- robuste Gesundheit
- gute Futterverwertung
- regelmäßige Fruchtbarkeit
Das Grauvieh stellt eine mittelschwere auf kombinierte Leistung (Milch,
Arbeit und Mast) ausgerichtete, dem Gebirge angepaßte Rasse dar. |
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